Deine Filteranlage läuft, aber das Poolwasser bleibt trüb oder wird immer wieder grün? Dann liegt es meistens an einem dieser vier Probleme:
Direkt zur Ursache
1. Wasserwerte stimmen nicht
Der Filter funktioniert, kann Algen und neue Verschmutzungen aber nicht schnell genug ausgleichen.
2. Zu wenig Wasser wird gefiltert
Der Durchfluss ist zu gering oder die Filteranlage läuft zu kurz.
3. Das Filtermedium arbeitet nicht richtig
Kartusche, Filtersand, Filterbälle oder AFM sind verschmutzt, verklumpt oder falsch eingesetzt.
4. Pumpe und Filterkessel passen nicht zusammen
Eine zu starke Pumpe drückt das Wasser zu schnell durch einen zu kleinen Filterkessel.
1. Wasserwerte stimmen nicht
Ein Filter entfernt Schmutz und Schwebstoffe. Er kann aber keine schlechte Wasserpflege ausgleichen.
Wichtig: pH-Wert, freie Chlor und Cyanursäure dürfen nicht einzeln betrachtet werden! Sie gehören immer zusammen und beeinflussen sich gegenseitig.
Nutze den Rechner um den Zusammenhang besser zu verstehen:
Bei zu wenig wirksamem Chlor vermehren sich Algen und Mikroorganismen weiter. Der Filter entfernt zwar einen Teil davon, das Wasser wird aber nicht dauerhaft klar.
Das Wasser ist milchig oder trüb?
→ Poolwasser trüb
Das Wasser ist grün?
→ Poolwasser grün
Der Chlorwert fällt ständig ab?
→ Chlorwert zu niedrig
2. Zu wenig Wasser wird gefiltert
Kommt nur noch ein schwacher Wasserstrahl aus der Einlaufdüse, wird der Durchfluss irgendwo gebremst.
Prüfe:
- Skimmerkorb
- Pumpenvorfilter
- Filterkartusche oder Filtermedium
- geknickte Schläuche
- geschlossene Ventile
- Luft in der Pumpe
- Wasserstand im Pool
Ein verschmutzter Sandfilter erhöht den Kesseldruck und verringert den Durchfluss. Dann muss die Anlage rückgespült werden.
Auch eine zu kurze Filterlaufzeit kann das Problem sein.
Eine Umwälzung = Poolvolumen ÷ tatsächlicher Durchfluss
Ein Pool sollte 2-3x am Tag umgewälzt werden.
Bei Wasserproblemen eher länger! Immer wieder Kartusche überprüfen oder bei Sand und AFM regelmässig rückspülen.
Regelmässig bedeutet bei einem sauberen Pool wöchentlich.
Bei Poolproblemen maximal 1x pro Tag, bzw. wenn der Kesseldruck um 0,3 – 0,6 bar steigt. Das Filtermaterial muss sich nach dem Rückspülen erst wieder setzen, bevor es optimal filtert. Zu häufiges Rückspülen ist daher ebenfalls ungünstig.
Eine Kartusche oder Filterbälle kannst Du natürlich auch häufiger reinigen bei Bedarf.
Bei Wasserproblemen sollte die Filteranlage möglichst lange laufen, bis das Wasser wieder klar ist. Kartusche, Vorfilter und Filtermedium währenddessen regelmäßig kontrollieren.
3. Das Filtermedium arbeitet nicht richtig
Kartuschenfilter
Kartuschenfilter können gut und fein filtern, setzen sich bei kleinen Poolanlagen aber schnell zu.
Kartusche herausnehmen und die Lamellen gründlich ausspülen. Ist sie hart, beschädigt oder dauerhaft verfärbt, sollte sie ersetzt werden.
Wichtig: Klassische Flockmittel können die Kartusche verstopfen! Daher ist es wichtig nur Klarmacher zu verwenden, die für Kartuschen geeignet sind:
Filtersand
Prüfe:
- richtige Sandmenge
- passende Körnung
- regelmäßige Rückspülung
- verklumpten oder verkalkten Sand
Nach dem Rückspülen immer kurz nachspülen.
Kommt Sand aus der Einlaufdüse, können Filterfinger, Steigrohr oder Mehrwegeventil beschädigt sein. Eine zu hohe Fließgeschwindigkeit kann außerdem Schmutz tief in das Sandbett drücken und die Filterwirkung verschlechtern. (siehe weiter unten)
Filterbälle
Filterbälle können sich mit Schmutz, Fett und Sonnencreme zusetzen oder verklumpen. Dann fließt das Wasser teilweise daran vorbei und Reinigung funktioniert nicht mehr.
Idealerweise tauscht Du die Filterbälle alle 1-2 Wochen aus.
Filterbälle nur entsprechend der Herstelleranleitung reinigen. Manche dürfen in die Waschmaschine, andere ausschließlich von Hand. Waschmittel nur verwenden, wenn es ausdrücklich erlaubt ist. Keinen Weichspüler verwenden.
Alternativ von Hand reinigen bzw. ersetzten. Rückspülen funktioniert bei Filterbällen nicht, sie könnten sich sogar ins Ventil festsetzten.
Wichtig: Klassisches Flockmittel können die Filterbälle verklumpen lassen. Verwende nur Klarmacher die für Filterbälle geeignet sind.
AFM
AFM ist aktiviertes Filterglas und nicht dasselbe wie einfaches Filterglas.
Es ist das beste Filtermedium, aber verhält sich auch am ehesten wie eine Prinzessin, das heißt, die Filtergeschwindigkeit muss stimmen (siehe Punkt 4)
Prüfe:
- richtige Füllmenge (50 kg Sand = 42 kg AFM)
- passende AFM-Körnung
- ausreichende Rückspülung
- passende Filtergeschwindigkeit
Dryden Aqua empfiehlt für AFM eine Filtergeschwindigkeit von etwa 15 bis 30 m/h.
4. Pumpe und Filterkessel passen nicht zusammen
Ein häufiger Fehlkauf ist:
Kleiner Filterkessel und starke Pumpe.
Das Wasser wird dann zwar schnell umgewälzt, strömt aber zu schnell durch das Filtermaterial. Feine Schmutzpartikel werden schlechter zurückgehalten.
Entscheidend ist deshalb nicht nur die Pumpenleistung, sondern die Filtergeschwindigkeit.
Info: Viele einfache Pumpen können nur in einer Geschwindigkeit laufen. Zum Filtern und Rückspülen benötigen sie jedoch idealerweise eine unterschiedliche Geschwindigkeit!

Eine niedrige Filtergeschwindigkeit verbessert die Feinfilterung. Zum Rückspülen wird dagegen ein deutlich höherer Durchfluss benötigt.
Passender Durchfluss im Filterbetrieb
| Filterkessel | Sehr gute Filterung bei 20–30 m/h |
|---|---|
| Ø 300 mm | 1,4–2,1 m³/h |
| Ø 400 mm | 2,5–3,8 m³/h |
| Ø 500 mm | 3,9–5,9 m³/h |
| Ø 600 mm | 5,7–8,5 m³/h |
Gemeint ist der tatsächliche Durchfluss durch den Kessel, nicht die maximale Pumpenleistung auf der Verpackung.
Viele fertige Sandfilteranlagen arbeiten schneller. Das funktioniert grundsätzlich, ist bei der Feinfilterung aber ein Kompromiss. Eine regelbare Pumpe oder ein Frequenzumrichter ist deshalb ideal:
- langsam und gründlich filtern
- höhere Leistung zum Bodensaugen
- volle Leistung zum Rückspülen
AFM benötigt laut Hersteller beim Rückspülen ungefähr 40 bis 50 m/h und damit deutlich mehr Durchfluss als im normalen Filterbetrieb.
Für die perfekte Filtergeschwindigkeit gibt es 2 Möglichkeiten:
Du reduzierst die Geschwindigkeit Deiner Pumpe mit dem Frequenzumrichter oder Du kaufst Dir eine drehzahlgesteuerte Pumpe, die Du einstellen kannst:
Welche Sandfilteranlage passt zu meinem Pool?
Alles unter 300 mm Kesseldurchmesser, beziehungsweise weniger als etwa 20 kg Sand kann ich nur eingeschränkt empfehlen.
Ein ausreichend tiefes Filterbett ist notwendig, damit auch feinere Schmutzpartikel zuverlässig herausgefiltert werden.
Als grobe Orientierung:
| Poolgröße | Empfohlener Filterkessel | Passende Pumpe |
|---|---|---|
| bis etwa 10 m³ | mindestens Ø 300 mm | 4 m³ |
| etwa 10–25 m³ | Ø 400 mm | 6 m³ |
| etwa 20–40 m³ | Ø 500 mm | 8 m³ |
| etwa 40–60 m³ | Ø 600 mm | 11 m³ |
Hast Du einen kleineren Kessel? Dann funktioniert das aus meiner Erfahrung besser mit Filterbällen. Bei Wasserproblemen sind die dann aber schnell überfordert.
Pool bis etwa 10 m³
Ein 300-mm-Kessel ist die unterste sinnvolle Größe. Wenn Platz und Budget vorhanden sind, würde ich bereits einen 400-mm-Kessel nehmen. Wichtig: Bei 300 mm sollte die passende Pumpe um 4 m³/h betragen.
Pool von etwa 10 bis 25 m³
Ein 400-mm-Kessel ist für viele Aufstell- und kleinere Stahlwandpools die sinnvollste Größe.
Typische Anlagen besitzen eine Pumpe um 6 m³/h. Für eine besonders gute Filterwirkung sollte der Durchfluss im normalen Betrieb möglichst reduziert werden. (siehe Punkt 4: Passender Durchfluss im Filterbetrieb)
Pool von etwa 20 bis 40 m³
Hier würde ich einen 500-mm-Kessel verwenden. Er bietet deutlich mehr Filterfläche und nimmt mehr Schmutz auf.
Idealerweise nimmst Du jedoch eine frequenzgesteuerte Pumpe aus dem nächsten Abschnitt.
Pool von etwa 20 bis 60 m³
Bei größeren Pools ist ein 600-mm-Kessel sinnvoll. Achte außerdem auf ausreichend große Leitungen und eine Pumpe, die den Kessel kräftig genug rückspülen kann.
Gleichzeitig solltest Du die Geschwindigkeit reduzieren können um perfekt zu filtern und evtl. weiter reduzieren für den Nachtbetrieb.
Passende Filtermaterial
Ab 400mm Kessel benötigst Du zusätzlich noch Grade 2: